ÖFTER REPARIEREN

Geschrieben am 14.02.2025
von Joachim Heisel


Wir leben in einer so genannten "Wegwerfkultur". Statt die defekte Lampe zu reparieren, entsorgen wir sie und kaufen uns eine neue. Der Direktor des deutschen Museums in München.Wolfgang Heckel hat ein Buch geschrieben: "Die Kultur der Reparatur." Darin schildert er unter anderem, dass in früheren Jahrhunderten die Menschen selbst für sich sorgen konnten und auch Dinge, die kaputt gingen, wie zum Beispiel einen Axtstil, selbst reparieren konnten.

Mittlerweile hat sich eine Gegenbewegung breitgemacht. Es gibt Reparatur-Cafés, wo Menschen sich zusammentun und Alltagsdinge reparieren und nicht wegwerfen. Allein in Deutschland gibt es mittlerweile 1200 sogenannte Repair-Cafés. Wer einmal einen Gegenstand repariert hat, dem wächst er sozusagen ans Herz und er wird sich bemühen, ihn so lange wie möglich zu erhalten. Das kann auch eine Übung sein, um vom Perfektionismus loszukommen.

Abgesehen davon hilft es uns auch, den Berg von Dingen, die entsorgt werden, zu verkleinern. Im Jahr 2021 wurden 4,9 Millionen Tonnen  Altgeräte in der Europäischen Union auf dem Müll entsorgt, von der Waschmaschine bis zum Smartphone. Im Jahr 2012 war es nur ein Drittel dieser Menge.

Psychologisch gesehen ist die Haltung, auch mit unvollkommenen Dingen (und Menschen) umzugehen, auch übertragbar auf unsere Beziehungen. Wenn eine Beziehung "angeknackst" ist, neigen wir dazu, sie zu beenden. Die große Zahl von Ehescheidungen scheint das zu bestätigen. Während im Jahr 2000 die Ehescheidungsrate bei 23,7 Prozent lag, stieg sie im Jahr 2023 auf 35,7 d.h. im Laufe der Jahre wird jede 3. Ehe geschieden.

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