UNANTASTBAR

Auf die Frage, welchen Gott meint das Grundgesetz in der Präambel? antwortete Professor Paul Kirchhoff in einem Interview der Zeitung "Die Tagespost" vom 1.Dezember 2022:

J Joachim Heisel

TANZEN

Es klingt fast zu simpel, aber man muss anfangen zu glauben, um irgendwann glauben zu können. Glaube kann nicht erarbeitet, sondern immer nur empfangen werden. Genauso wenig, wie man tanzt, um irgendwohin zu gelangen, glaubt man, um ein Ergebnis zu erzielen. Eine Leistung ist nicht erforderlich, falscher Ehrgeiz wäre sogar hinderlich, Gott interessiert sich nicht für Zensuren oder Zeugnisse. Der Glaube ist keine Belohnung. Man wird von Gott nicht geliebt, weil man etwas Besonderes, sondern obwohl man nichts Besonderes ist. Anders als im Job oder in den sozialen Medien kommt nicht der Lauteste, Raffinierte oder Skrupelloseste ans Ziel, sondern wer bereit ist, mit vollem Herzen in das Experiment einzutreten. "Nur indem man eintritt, erfährt man, nur indem man das Experiment mitmacht, fragt man überhaupt, und nur wer fragt, erhält Antwort" (Josef Ratzinger, Kurze Einführung in das Christentum) .

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QUELLEN

In einem Interview mit der Zeitung "Die Tagespost" vom 1. Dezember 2022, wurde dem früheren Richter am Bundesverfassungsgericht Professor Dr. Paul Kirchhof die Frage gestellt, ob es einen freiheitlichen Staat ohne Religion geben könne und wie er die Zukunft der Kirche in der Gesellschaft sehe. Er antwortete:

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NAGELSTUDIO

Der Glaube, dass das Leben ein Geschenk Gottes und Gott selbst Mensch geworden sei, ob man ihn nun teile oder nicht, habe eine andere Tiefenschärfe als Wellness im Lotussitz.

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HANDY

Eine Studie der DAK-Krankenversicherung hat erbracht, dass hierzulande 10- bis17-Jährige 346 Minuten täglich werktags an elektronischen Geräten verbringen. Das ist ein tiefgreifender kultureller Wandel, der auch auf das Verhalten der Jugendlichen großen Einfluss hat.

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MONOPTEROS

Die Nacht war noch kalt aber am Morgen kam eine strahlende Sonne bei wolkenlosem Himmel hervor. Auf den Stufen des Monopteros im Englischen Garten halten junge Menschen ihr Gesicht der Sonne entgegen. Früher sagte man bei Frühlingsbeginn zum Nachbarn oder zu einem Freund oder Verwandten, den man lange nicht gesehen hatte: Ich hoffe, du bist gut durch den Winter gekommen! Das kam noch aus einer Zeit, wo der Winter für die Menschen eine schwere Prüfung war. Oft gab es nicht genug zu essen, weil die letzte Ernte schlecht war und die Vorräte nicht gereicht haben. Auch waren Infektionskrankheiten im Winter häufig die Ursache von schwerer Krankheit oder garTod. Der Winter hat für uns mit dem ganzen zivilisatorischen Komfort, den wir heute haben, seinen Schrecken verloren. Aber auch heute kann es sein, dass wir nach einer nur schwer durchgestandenen Grippe oder einer Covid- Erkrankung…

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GENERATION Z

Als Generation Z bezeichnet man die jungen Leute, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Der Jugendforscher Simon Schnetzer (geb. 1979) versteht darunter vor allem die Generation, die schon mit dem Smartphone aufgewachsen ist. Junge Leute schreiben heute keine Briefe mehr und kommunizieren lieber innerhalb von Sekunden mit ihren Freundinnen und Freunden. So komme es, dass Verabredungen auch kurzfristig abgesagt werden können. Die Generation Z ist flexibler und leichter bereit, Menschen mit anderer Mentalität oder alternativen Lebensentwürfen zu tolerieren als etwa die Nachkriegsgeneration, der ja auch ich angehöre. Für die Generation Z sind Grenzen grundsätzlich verhandelbar, was Erziehung nicht erleichtert.

J Joachim Heisel

DENKEN UND DANKEN

Manchmal scheint es, dass sich die gegenwärtige Generation befugt fühlt, alle überkommenen Traditionen über Bord zu werfen. Man spricht davon, dass dieser heutige Mensch insbesondere der westlichen Welt ein einzigartiges Individuum ist, das die Welt bisher noch nicht gesehen hat, ein Wesen, das aus der Kontinuität der bisherigen Geschlechtergenerationen herausfällt.

J Joachim Heisel

SEHT EUCH DIE LILIEN AN

Unser Alltag läuft in der Regel ohne große Ereignisse ab, und oft leiden wir unter der Eintönigkeit der immer gleichen Abläufe. Aber gerade dort kann Gott zu uns sprechen. Christus selbst gebrauchte in seiner Verkündigung alltägliche Dinge als Gleichnisse für das Reich Gottes, für das Leben der Gnade, das er den Menschen bringen wollte. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war“ (Mt 13,33).

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HÄNSEL UND GRETEL

Noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Lage in Deutschland und Europa so fragil wie heute. Im Osten tobt ein Krieg, der kein Ende nehmen will. Als Einzelne fühlen wir uns machtlos und ohnmächtig gegenüber einer ungewissen Zukunft. Im kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen ist die Angst, dass wir als Land mitten in Europa zum Ziel - und Angelpunkt politischer und militärischer Auseinandersetzungen werden könnten. Diese Angst steckt tief bei uns drin.

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ASCHENKREUZ

Am Aschermittwoch war ich zu einem Pontifikalamt im Trierer Dom. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass diese Messfeier vor allem für Schülerinnen und Schüler der Trierer Schulen war. Als ich hineinkam, war fast kein Platz mehr frei. Zunächst dachte ich, dass die jungen Leute während der Feier wohl mehr ins Handy schauen und sich unterhalten als dem Gottesdienst folgen würden.. Aber weit gefehlt! Ich sah nur ein Mädchen, dass sich mit seinem Handy beschäftigte. Alle anderen waren sehr aufmerksam und fast andächtig bei der Sache. Sie suchten die vorgeschlagenen Lieder im Gebetbuch heraus und sangen mit. Es war für mich irgendwie bewegend zu sehen wie in dieser Kirche, wo schon die ersten römischen Christen im 3. Jahrhundert Gottesdienst gefeiert haben, diese jungen Kinder eines nach dem andern vortraten und sich das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen ließen und der Priester dabei die Worte…

J Joachim Heisel

FIT BLEIBEN

Statistiker haben herausgefunden, dass Deutschland innerhalb der EU die höchsten Ausgaben im Gesundheitssektor hat. Trotzdem liegt die mittlere Lebenserwartung der Deutschen unter der anderer Länder, die dafür weniger ausgeben. Die Faktoren für eine geringere Lebenserwartung können sein: Rauchen, Alkohol, Übergewicht verbunden auch mit Bewegungsmangel. Nicht nur Erkrankungen des Herzkreislaufsystems sondern auch Krebs sind teilweise Folgen dieser Risikofaktoren. Insofern ist eine Verbesserung der Lebenserwartung in Deutschland nicht durch weiteren Ausbau medizinischer Leistungen zu erwarten, sondern durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten

J Joachim Heisel

ASCHERMITTWOCH

Heute ist Aschermittwoch. Die Kirche hält ihre Priester an, uns Asche aufs Haupt zu streuen mit den uralten immer gültigen Worten aus dem Buch Genesis (3,19): „Staub bist Du und zum Staub kehrst Du zurück.“ Wir alle wissen das, aber jetzt wird es uns sinnlich bewusst.

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SAITEN DER SEELE

Männer sind es gewohnt, sich durch Leistung zu definieren. Sie identifizieren sich mit dem, was sie tun, und nicht mit dem, was sie sind, es sei denn, was sie im Beruf sind. Frauen sind anders. Sie leben mit sich selbst und ihrem Körper. Sie sind näher am Leben und an sich selber. Sie spüren sich selbst mehr und leben intuitiver. Männer übernehmen immer noch am liebsten die Rolle des Ernährers und des Machers, des materiellen Prellbocks für Frau und Kinder. Materielle Anforderungen lassen sich eingrenzen. Sie sind messbar in Euro und Cent. Emotionale Ansprü-che sind potentiell grenzenlos. Dem stehen viele Männer hilflos gegenüber. Oft ergreifen sie in Panik und mit schlechtem Gewissen die Flucht in Sachen. Sie arbeiten bis zur Erschöpfung, um den emotionalen Ansprüchen und der Überschwemmung durch Gefühle zu entgehen. Gerade für den Mann ist es wichtig zu erkennen: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und…

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KOMPASS

Von Jean Paul Sartre stammt das Wort: Es ist leichter, den Glauben zu verlieren als zu ihm wieder zurückzufinden. Das sollten alle bedenken, die sich jetzt bei der Kirche abmelden. Die Kirche hat trotz allen Versagens ihrer Glieder den christlichen Glauben durch die Jahrhunderte bis in unsere Tage getragen.

J Joachim Heisel

UNTER HEIDEN

UNTER HEIDEN - WARUM ICH TROTZDEM CHRIST BLEIBE

J Joachim Heisel

ANEMONEN

Gestern streichelte die warme Sonne die Erde und lockte an der Isar die ersten gelben Anemonen hervor. Jogger, Radfahrer, junge Frauen mit Kinderwagen sind unterwegs, um die Sonnenstrahlen einzufangen. Ein kleiner Vorfrühling mit Resten von Schnee, da wo noch Schatten ist.

J Joachim Heisel

VERWEILE AUGENBLICK

Wenn der Mensch in sein Inneres schaut, findet er keinen sicheren Grund für eine Hoffnung, die über den Tag oder gar den Tod hinaus trägt. Er erlebt sich als sterbliches Wesen, von Krankheit, Leid und Vergänglichkeit umlauert. Auch der Blick nach außen zeigt ihm, dass diese Welt begrenzt und vergänglich ist. Die Gesichter alter Menschen sind oft gezeichnet von den Spuren unerfüllter Hoffnungen. Es ist aber etwas im Menschen – dieses Verlangen nach einem Glück, das dauert, die Sehnsucht nach der Bergung des Augenblicks in der Ewigkeit –, das ihn frei nach Goethe sagen lässt: Verweile Augenblick, du bist so schön (Faust I). Die Werbung lebt davon, uns einen Augenblick Ewigkeit spüren zu lassen, etwa wenn wir ein bestimmtes Duschgel oder Parfüm benutzen oder wenn wir an einem bestimmten Ort den Urlaub verbringen sollen. Von Friedrich Nietzsche stammt das Wort: „Alle Lust will Ewigkeit, will tiefe tiefe Ewigkeit.“ – Es rührt an die Sehnsucht des Menschen nach dem…

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NACHFOLGE

Johannes berichtet uns in seinem Evangelium von einem Worte Jesu (Joh 6,40): Denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um zu tun, was ich will, sondern um den Willen des Vaters zu erfüllen, der mich gesandt hat.

J Joachim Heisel

PINOCCHIO

Wenn wir uns selbst auch mit unseren Schwächen und Fehlern akzeptieren, können wir auch die anderen leichter ertragen so wie sie nun einmal sind. Wir selbst sind das gegebene „Material“, aus dem sich unser Leben formt. Aber auch die anderen tragen ein Erbgut mit sich herum, das sie nicht ändern können. Niemand kann ganz aus seiner Haut und wenn wir gelegentlich doch einmal „aus unserer Haut fahren“, bedarf das meist eines gehörigen Reizes, oft gepaart mit einer besonderen Empfindlichkeit in diesem Augenblick. Wenn wir uns „in unserer Haut wohl fühlen“, ist das ein Zeichen, dass es uns in dem Moment gut geht und wir mit uns und der Welt in Einklang sind. Wer immer an sich selbst herumnörgelt, wird das auch bei anderen tun. Von solchen Menschen, die immer etwas an sich oder den anderen auszusetzen haben, sollten wir uns möglichst fernhalten.

J Joachim Heisel

ÖFTER REPARIEREN

Wir leben in einer so genannten "Wegwerfkultur". Statt die defekte Lampe zu reparieren, entsorgen wir sie und kaufen uns eine neue. Der Direktor des deutschen Museums in München.Wolfgang Heckel hat ein Buch geschrieben: "Die Kultur der Reparatur." Darin schildert er unter anderem, dass in früheren Jahrhunderten die Menschen selbst für sich sorgen konnten und auch Dinge, die kaputt gingen, wie zum Beispiel einen Axtstil, selbst reparieren konnten.

J Joachim Heisel

MÄNNER UND FRAUEN

Frauen leben in ihrem Körper. Männer betrachten ihren Körper von außen wie ein Instrument oder Werkzeug. Sie schauen nicht auf ihren Körper und gehen oft erst zum Arzt, wenn die Krankheitssymptome unübersehbar sind. Frauen sprechen miteinander über sich und ihren Körper. Für Männer ist das kein Thema. Frauen dürfen Stimmungen haben, Männer nicht. Wenn eine Frau eine Depression hat, kann sie auf Verständnis und Mitgefühl rechnen. Depression bei einem Mann wird als Schwäche aus-gelegt und macht seiner Umgebung Angst. Männer erleiden mehr schwere Unfälle als Frauen und begehen häufiger Selbstmord. Zudem trinken Männer mehr Alkohol und nehmen mehr Drogen als Frauen. Bisher haben Männer auch mehr geraucht als Frauen. Männer in Deutschland leben im Durchschnitt fünf Jahre weniger als Frauen.

J Joachim Heisel

SINN UND GRENZE

Ein autoritatives Weltbild gründete früher in einem Vater-Gott, der die Welt regiert und von jedem Einzelnen Gehorsam fordert. Man sieht darin heute mit Recht eine Sicht auf Gott, die sein eigentliches Wesen verstellt, denn nach christlichem Verständnis ist die wichtigste Wesenseigenschaft Gottes die Liebe, aus der er auch die Welt und den Menschen erschaffen hat.

J Joachim Heisel

DIE KUNST DER BEGLEITUNG

In einer Zivilisation, die an der Anonymität leidet und paradoxerweise zugleich, schamlos krank an einer ungesunden Neugier, darauf versessen ist, Details aus dem Leben der anderen zu erfahren, braucht die Kirche den Blick der Nähe, um den anderen anzuschauen, gerührt zu werden und vor ihm Halt zu machen, so oft es nötig ist. In dieser Welt können die geweihten Diener und die übrigen in der Seelsorge Tätigen den Wohlgeruch der Nähe und Gegenwart Jesu und seines persönlichen Blicks wahrnehmbar machen. Die Kirche wird ihre Glieder – Priester, Ordensleute und Laien – in diese „Kunst der Begleitung” einführen müssen, damit alle stets lernen, vor dem heiligen Boden des anderen sich die Sandalen von den Füßen zu streifen (vgl. Ex 3,5). Wir müssen unserem Wandel den heilsamen Rhythmus der Zuwendung geben, mit einem achtungsvollen Blick voll des Mitleids, der aber zugleich heilt, befreit und zum Reifen im christlichen Leben ermuntert

J Joachim Heisel