HANDY

Geschrieben am 22.03.2025
von Joachim Heisel


Eine Studie der DAK-Krankenversicherung hat erbracht, dass hierzulande 10- bis17-Jährige 346 Minuten  täglich werktags an elektronischen Geräten verbringen. Das ist ein tiefgreifender kultureller Wandel, der auch auf das Verhalten der Jugendlichen großen Einfluss hat.

Der US - amerikanische Psychologe Jonathan Haidt hat ein Buch geschrieben mit dem Titel Generation Angst.   Er meint, dass die digitalen Zeiträuber Kinder und Jugendliche häufig von realen Erfahrungen im alltäglichen Leben abhalten  und damit Unsicherheit und Angst fördern. Zwar kann man davon ausgehen, dass in dieser Zeit auch sinnvolle Kontakte in der digitalen Welt mit eingehen, jedoch ist es bedenklich, dass nach Befragung von fast 4000 Zwölf- bis Dreizehnjährigen Symptome von Angst und schlechter Stimmung auftreten, wenn ein Handy nicht verfügbar ist. Hier liegt wohl schon ein suchthaftes Verhalten vor.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat eine Leitlinie zur Prävention von übermäßigem Mediengebrauch im Kindes-  und Jugendalter herausgebracht. Demnach sollten Kinder unter drei Jahren möglichst keine Zeit vor Bildschirmen verbringen. Zwischen sechs und neun Jahren sollten Sie maximal bis zu 45 Minuten an einzelnen Tagen unter Aufsicht ihrer Eltern digitale Medien benutzen dürfen. Die Autoren und Autorinnen dieser Studie befürchten ein Risiko für die psychische und kognitive Entwicklung der Heranwachsenden.

Aber auch bei Erwachsenen besteht die Gefahr einer Verarmung an realen sozialen Kontakten, wenn Kommunikation vorwiegend digital stattfindet. Oft kann man erleben, dass während sich Leute unterhalten, sie auch noch beständig auf ihr Handy schauen.

Es kann auch richtig gefährlich werden: Als ich kürzlich bei Grün mit dem Auto langsam losfuhr, musste ich eine Vollbremsung machen, um eine junge Frau mit Handy in der Hand und Stöpseln im Ohr nicht auf dem Zebrastreifen  zu überfahren. Sie war bei Rot einfach weitergelaufen und schaute mich dann sehr erschrocken an.

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Hinweis: Am Dienstag 25.3.25 um 19 Uhr lese ich aus meinem Buch Jahrgang 1945 - ein biografisches Zeitmoaik - im Pfarrsall der Pfarrei St. Martin (Untermenzing) 80999 München, Eversbuschstr. 11 vor. Interessenten sind herzlich eingeladen.