Als Generation Z bezeichnet man die jungen Leute, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Der Jugendforscher Simon Schnetzer (geb. 1979) versteht darunter vor allem die Generation, die schon mit dem Smartphone aufgewachsen ist. Junge Leute schreiben heute keine Briefe mehr und kommunizieren lieber innerhalb von Sekunden mit ihren Freundinnen und Freunden. So komme es, dass Verabredungen auch kurzfristig abgesagt werden können. Die Generation Z ist flexibler und leichter bereit, Menschen mit anderer Mentalität oder alternativen Lebensentwürfen zu tolerieren als etwa die Nachkriegsgeneration, der ja auch ich angehöre. Für die Generation Z sind Grenzen grundsätzlich verhandelbar, was Erziehung nicht erleichtert.
Ganz oben steht bei der jungen Generation der Begriff der Work and Life Balance. Wichtig ist, bei allem Spaß zu haben, und man ist nicht mehr bereit die Arbeit als höchsten Wert aufzufassen. Sie soll auch jederzeit einsehbar sinnhaft sein und darf nicht zu stressig sein und die Freizeit überwuchern.
Die Generation Z - so Simon Schnetzer - "scheut Entscheidungen wie der Teufel das Weihwasser." Sie möchte in ihrem Leben nicht in Einbahnstraßen einfahren, sondern lieber im Kreisverkehr verbleiben, wo man jederzeit wieder heraus kann. So bleiben sie mit der Entscheidung für Ehe und Familie oft lieber in der Warteschleife. So belohnt man sich auch nach erfolgreich bestandenem Abitur mit einem Sabbathjahr.
Da die Generation Z sich nicht sicher ist, ob die Zukunft rosig für sie aussieht, setzt sie lieber auf das Hier und Jetzt. Man könnte das alte Sprichwort dafür hernehmen: Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.
Dieser Lebensentwurf entspricht durchaus den Träumen früherer Generationen, die ein Wohlstandspolster erst mal erarbeiten mussten, damit all das jetzt möglich ist. Bei allem Positivem, das in diesem Lebensmodell enthalten ist, bleibt allerdings die Frage an die Zukunft, ob es auf Dauer Bestand haben kann und ob das Leben selbst nicht irgendwann zum Einlenken in Einbahnstrassen aufrufen wird.
Aber bekanntlich muss ja jede Generation ihre eigenen Erfahrungen machen und wird auch diesmal die entsprechenden Lösungen finden...
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Hinweis: Am Dienstag 25.3.25 um 19 Uhr lese ich aus meinem Buch Jahrgang 1945 - ein biografisches Zeitmoaik - im Pfarrsall der Pfarrei St. Martin (Untermenzing) 80999 München, Eversbuschstr. 11 vor. Interessenten sind herzkich eingeladen