Die Nacht war noch kalt aber am Morgen kam eine strahlende Sonne bei wolkenlosem Himmel hervor. Auf den Stufen des Monopteros im Englischen Garten halten junge Menschen ihr Gesicht der Sonne entgegen. Früher sagte man bei Frühlingsbeginn zum Nachbarn oder zu einem Freund oder Verwandten, den man lange nicht gesehen hatte: Ich hoffe, du bist gut durch den Winter gekommen! Das kam noch aus einer Zeit, wo der Winter für die Menschen eine schwere Prüfung war. Oft gab es nicht genug zu essen, weil die letzte Ernte schlecht war und die Vorräte nicht gereicht haben. Auch waren Infektionskrankheiten im Winter häufig die Ursache von schwerer Krankheit oder garTod. Der Winter hat für uns mit dem ganzen zivilisatorischen Komfort, den wir heute haben, seinen Schrecken verloren. Aber auch heute kann es sein, dass wir nach einer nur schwer durchgestandenen Grippe oder einer Covid- Erkrankung die ersten Sonnenstrahlen als Hoffnungsstrahlen erleben.
Man kann verstehen, dass unsere Vorfahren die Sonne als Gott oder Göttin verehrt haben. Sie ist die Lebensspenderin und weckt jedes Jahr in unseren Breiten die Natur nach einem Winterschlaf wieder auf. Auch wir erleben dann , dass unser Körper und unsere Psyche mit den ersten Sonnenstrahlen aufleben.
Unsere Vorfahren haben gesehen, wie die Sonne die Natur belebt, und auch sie selbst spürten mit den ersten Strahlen des Frühlings neue Kraft, um in der Natur zu wirken. Das klingt auf in dem alten Volkslied, das wir in Kindergarten und Schule gelernt haben:
Im Märzen der Bauer
Die Rößlein einspannt
Er pflanzt und er schneidet
Die Bäume im Land
Er ackert, er egget
Er pflüget und sät
Und regt seine Hände
Gar früh und noch spät
Gerade, wenn uns andauernd negative Nachrichten belasten, ist es gut, dass wir jeden Tag für sich leben und uns an dem freuen, was dieser Tag an schönen Momenten bringen mag, die wir uns vielleicht auch selbst schaffen können.
Bei allen Sorgen, die uns derzeit umtreiben, können wir uns aber auch an den Worten aufrichten, die der heilige Paulus in seinem Brief an die Römer (8,38) geschrieben hat:
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