NAGELSTUDIO

Geschrieben am 26.03.2025
von Joachim Heisel


Der Glaube, dass das Leben ein Geschenk Gottes und Gott selbst Mensch geworden sei, ob man ihn nun teile oder nicht, habe eine andere Tiefenschärfe als Wellness im Lotussitz.

Traurig sei nicht zuletzt das Verschwinden einer 2000 Jahre alten Tradition, die Deutschland geprägt habe wir kaum etwas anderes. Wer von einer nicht mehr genutzten Kirche stehe, die zu einem Nagelstudio umgewidmet worden sei, und dabei nicht nachdenklich werde, müsste schon sehr abgestumpft sein. Mauern, in denen über viele Jahrhunderte  Schuld und Vergebung, ewiges Leben und Tod verhandelt worden seien, dienten nun als Kulisse für Fingernagelverlängerungen. Und womöglich weiche das Nagelstudio irgendwann einen Supermarkt oder einem Restaurant, aber eine Kirche werde daraus mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr.

Das schreibt der Autor des Magazins der Süddeutschen Zeitung in seinem Buch "Unter Heiden - Warum ich trotzdem Christ bleibe".

Am  Dienstag 1.April 2025 um 19.30 Uhr wird Tobias Haberl aus seinem Buch "Unter Heiden" im Bildungszentrum Weidenau, Pienzenauerstraße 38,  81679 München vorlesen und anschließend sein Buch signieren.

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