ASCHENKREUZ

Geschrieben am 08.03.2025
von Joachim Heisel


Am Aschermittwoch war ich zu einem Pontifikalamt im Trierer Dom. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass diese Messfeier vor allem für Schülerinnen und Schüler der Trierer Schulen war. Als ich hineinkam, war fast kein Platz mehr frei. Zunächst dachte ich, dass die jungen Leute während der Feier wohl mehr ins Handy schauen und sich unterhalten als dem Gottesdienst  folgen würden.. Aber weit gefehlt! Ich sah nur ein Mädchen, dass sich mit seinem Handy beschäftigte. Alle anderen waren sehr aufmerksam und fast andächtig bei der Sache. Sie suchten die vorgeschlagenen Lieder im Gebetbuch heraus und  sangen mit.  Es war für mich irgendwie bewegend zu sehen  wie  in dieser Kirche, wo schon die ersten römischen Christen  im 3. Jahrhundert Gottesdienst gefeiert haben, diese jungen Kinder eines nach dem andern vortraten und sich das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen ließen und der Priester dabei die Worte sprach: Gedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.

Auch die Priester spendeten sich gegenseitig das Aschenkreuz. So  entstand äußerlich sichtbar über Stand und Lebensalter hinweg  eine Gemeinschaft von Geschöpfen, die sich auf je eigene Weise,  ihrer endlichen  irdischen Existenz bewusst wurden.

In seiner Predigt führte der Bischof aus, dass wir alle Geschöpfe sind mit einem Anfang und einem Ende auf dieser Erde, aber dass diese sterbliche Existenz über unseren Tod hinaus aufgehoben ist in der Liebe Gottes und dass wir das an Ostern mit der Auferstehung Christi feiern.

Beim Vaterunser beteten die Kinder mit erhobenen Armen und als sie beteten: "Denn Dein ist die Kraft und die Herrlichkeit. Amen!" reckten sie die Arme hoch und machten als Zeichen für die Kraft Gottes eine kleine Faust.

Nach dem Ende des Gottesdienstes sprach ich kurz mit der betreuenden Lehrerin und drückte  ihr mein Lob aus über das vorbildliche Verhalten ihrer Kinder. Sie bedankte sich für das Kompliment und sagte mir dann, dass sie öfter mit ihnen zum Gottesdienst gehe.

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